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Wort und Spiele am Literaturhaus Stuttgart

Seit dem Schuljahr 2007/2008 leitet Timo Brunke im Auftrag des Literaturhauses Stuttgart und  zusammen mit zwei Deutschlehrerinnen die Sprachwerkstatt „Wort- und Spiele“ an der Stuttgarter Friedensschule, einer so genannten Brennpunktschule im Stuttgarter Westen. Für das Team aus Lehrerinnen, Lehrern und Sprachkünstler bedurfte es einiger grundsätzlicher Überlegungen. Wie kann ein Weg gefunden werden, der sowohl dem Anspruch des Bildungsplanes als auch der künstlerischen, sprachlichen und persönlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler entspricht? Ist die stadt- und landläufige „Kanak-Sprak” Schicksal oder aber Ansporn für mehr Integration? Und: Wo und wann geht das „Überlebens-Deutsch” von Migrantenkindern in ein „auf-Deutsch-Denken-Können” über?

Timo Brunkes Ansatz eines multinationalen Deutschunterrichtes ist spielerisch: Wo in einem bücherfernen Alltag Schreibblock und Stift eher sporadische Gäste in der Hand der Schüler statt selbstverständliches Werkzeug sind, dort bieten sich seiner Meinung nach Körperübungen und theatralische Arrangements als Erfahrungsschlüssel an. Aus Bewegungen und möglichst spontanen Erzählrunden entstehen eigene Ideen der Schüler.  Timo Brunke improvisiert, reimt und fördert das bildliche Denken der Schüler – eine unschätzbare Quelle für lyrische Texte.

Wichtig ist den Lehrertandems nicht, dass die Schüler „kapieren”, sondern dass sie vielmehr „selbst entwickeln”. Die Lehrenden wollen lernen, in die Haut eines jeden Spielers, einer jeden Spielerin zu schlüpfen, mit ihren Augen zu sehen, mit ihren Ohren zu hören, ihre Gedanken zu erahnen und ihre berechtigten Gefühle beim Lernen nachzuvollziehen

Der Wort-und-Spiele-Unterricht, der von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert wird und über mehrere Schuljahre angelegt ist, verlangt langen Atem und Geduld. Eine anspruchsvolle Übung - nicht nur für die Schüler.